Vergleich
Thinkific vs. Kajabi für Coaches mit Community und E-Mail-Marketing
Beim Vergleich Thinkific vs. Kajabi entscheidet nicht allein der monatliche Tarif. Coaches sollten auch Community-Funktionen, E-Mail-Automationen,…

Akten in diesem Beitrag
Beim Vergleich Thinkific vs. Kajabi entscheidet nicht allein der monatliche Tarif. Coaches sollten auch Community-Funktionen, E-Mail-Automationen, Verkaufsprozesse, Transaktionskosten und Auszahlungsfristen berücksichtigen. Dieser Vergleich zeigt, für welches Geschäftsmodell sich welche Plattform eher eignet.
Thinkific oder Kajabi: Wo liegen die praktischen Unterschiede?
Thinkific konzentriert sich stark auf die Erstellung und Bereitstellung von Onlinekursen. Kursstruktur, Lernbereiche, Prüfungen und Fortschrittsfunktionen stehen im Mittelpunkt. Community-Funktionen lassen sich ebenfalls einbinden, während umfangreicheres Marketing häufig über Integrationen mit zusätzlichen Diensten umgesetzt wird.
Kajabi verbindet Kurse, Community, Landingpages, E-Mail-Marketing und automatisierte Verkaufsabläufe in einer Plattform. Das reduziert die Zahl externer Tools und Schnittstellen. Dafür kann der monatliche Grundpreis höher ausfallen als bei einer schlankeren Kursplattform.
Für Coaches ergeben sich daraus zwei unterschiedliche Ansätze:
| Kriterium | Thinkific | Kajabi |
|---|---|---|
| Schwerpunkt | Kurserstellung und Lernverwaltung | Kurse, Marketing und Verkauf aus einem System |
| Community | Integrierte Community-Funktionen, abhängig vom Tarif | Eng mit Produkten und Marketing verknüpfte Community |
| E-Mail-Marketing | Häufig über Integrationen ergänzt | Integrierte Kampagnen und Automationen |
| Landingpages | Vorhanden, aber stärker auf das Kursgeschäft ausgerichtet | Umfangreiche Seiten und Verkaufsabläufe |
| Tool-Landschaft | Flexibel, oft mehrere verbundene Dienste | Möglichst viele Funktionen unter einem Login |
| Kostenstruktur | Grundtarif plus mögliche externe Tools | Höherer Paketpreis, dafür weniger Zusatzsoftware |
Welche Funktionen in welchem Tarif enthalten sind, kann sich ändern. Vor der Entscheidung sollten deshalb die aktuellen Tarifseiten und Bedingungen geprüft werden.
Community und E-Mail-Marketing im Coaching-Alltag
Eine Community ist für Coaches besonders wertvoll, wenn Teilnehmende Fragen stellen, Erfahrungen austauschen oder nach dem Kurs weiter begleitet werden sollen. Entscheidend ist dabei nicht nur, ob ein Forum vorhanden ist. Relevant sind auch Zugriffsregeln, Benachrichtigungen, mobile Nutzung und die Verbindung zwischen Kurs, Mitgliedschaft und Community-Bereich.
Kajabi eignet sich häufig für Coaches, die Community-Aktivitäten direkt mit E-Mail-Automationen verbinden möchten. So können Kontakte abhängig von Käufen, Anmeldungen oder abgeschlossenen Inhalten unterschiedliche Nachrichten erhalten. Auch Kampagnen für Webinare, neue Programme oder Verlängerungen lassen sich innerhalb derselben Umgebung aufbauen.
Thinkific passt eher zu einem modularen Aufbau. Wer bereits einen E-Mail-Dienst nutzt und dessen Funktionen behalten möchte, kann die Kursplattform über Integrationen anbinden. Das schafft Auswahlfreiheit, verlangt aber eine saubere Zuordnung von Kontakten, Tags und Automationen. Bei mehreren Tools steigt zudem der Aufwand für Fehlersuche und Datenschutzdokumentation.
Für die Auswahl helfen konkrete Arbeitsabläufe mehr als lange Funktionslisten:
- Wie gelangt ein Interessent von der Landingpage in die E-Mail-Liste?
- Welche Nachricht wird nach einem Kauf ausgelöst?
- Wie erhält die Person Zugang zu Kurs und Community?
- Was passiert bei einer fehlgeschlagenen Zahlung?
- Lassen sich inaktive Mitglieder gezielt ansprechen?
- Können Kontakte und Inhalte später exportiert werden?
Die übergeordnete Einordnung verschiedener Kursplattformen findest du im Titelbeitrag.
Gebühren, Break-even und tatsächliche Auszahlung
Ein niedriger Grundpreis bedeutet nicht automatisch niedrigere Gesamtkosten. Für einen belastbaren Vergleich berücksichtigen wir deshalb mindestens 20 Umsatzstufen. Der Gebühren- und Break-even-Rechner erfasst je Stufe den Plattformtarif, mögliche Transaktionsgebühren und die Gebühren des eingesetzten Zahlungsdienstleisters.
Zusätzlich gehören externe Ausgaben in die Rechnung. Bei Thinkific können beispielsweise Kosten für E-Mail-Marketing, Automationen oder zusätzliche Community-Werkzeuge entstehen. Bei Kajabi sind mehrere dieser Funktionen bereits gebündelt, obwohl einzelne Spezialtools weiterhin sinnvoll sein können.
Der Break-even liegt dort, wo die höheren monatlichen Fixkosten einer Plattform durch eingesparte Zusatztools oder niedrigere variable Gebühren ausgeglichen werden. Das Ergebnis hängt unter anderem von diesen Angaben ab:
- monatlicher Umsatz
- Anzahl und durchschnittlicher Wert der Verkäufe
- verwendeter Tarif
- Zahlungsart und Zahlungsdienstleister
- Anteil internationaler Zahlungen
- benötigte externe Software
- Erstattungen und mögliche Rückbuchungen
Neben der Modellrechnung legen wir auf jeder Plattform einen identischen Testkurs an und führen einen Testverkauf durch. Dabei dokumentieren wir den Zeitpunkt des Kaufs, den Zahlungseingang und die tatsächliche Auszahlungsfrist. Das ist aussagekräftiger als eine allgemeine Angabe zur Auszahlung, weil Prüfungen, Zahlungsanbieter, Land, Wochenende und Kontostatus den Ablauf beeinflussen können.
Wann Teachable eine passende Alternative ist
Zwischen dem kurszentrierten Ansatz von Thinkific und dem umfangreichen Marketingpaket von Kajabi liegt für manche Coaches eine weitere Option. Teachable ansehen kann sinnvoll sein, wenn der Verkauf digitaler Kurse und Coaching-Angebote im Vordergrund steht, aber kein vollständiges Marketing-System wie Kajabi benötigt wird.
Teachable sollte nach denselben Kriterien geprüft werden. Dazu zählen Kursaufbau, Community-Bedarf, E-Mail-Integrationen, Checkout, Steuerfunktionen, Gebühren und Auszahlung. Wer bereits einen bevorzugten Newsletter-Dienst verwendet, benötigt womöglich keine Plattform mit umfassendem integriertem E-Mail-Marketing.
Eine Alternative lohnt sich vor allem dann, wenn sie den geplanten Arbeitsablauf vereinfacht oder bei realistischen Umsatzstufen geringere Gesamtkosten verursacht. Ein günstiger Einstiegstarif allein reicht als Entscheidungsgrund nicht aus.
Häufige Fragen
Ist Thinkific besser als Kajabi?
Thinkific ist häufig die passendere Wahl für Coaches, die eine spezialisierte Kursplattform suchen und Marketing über vorhandene Tools abwickeln möchten. Kajabi eignet sich eher für ein gebündeltes System aus Kursen, Community, E-Mail-Kampagnen und Verkaufsseiten.
Welche Plattform eignet sich besser für eine Coaching-Community?
Das hängt von der gewünschten Betreuung ab. Kajabi bietet Vorteile, wenn Community, Produkte und Marketing-Automationen eng zusammenspielen sollen. Thinkific kommt infrage, wenn die Community vor allem den Kurs ergänzt und externe Marketingdienste bereits eingerichtet sind.
Hat Thinkific integriertes E-Mail-Marketing?
Thinkific kann kursbezogene Nachrichten und Benachrichtigungen versenden. Für umfangreiche Newsletter, Segmentierung und mehrstufige Automationen wird häufig ein angebundener E-Mail-Marketing-Dienst verwendet. Kajabi deckt mehr dieser Aufgaben direkt innerhalb der Plattform ab.
Welche Kosten werden beim Vergleich oft übersehen?
Häufig fehlen Zahlungsdienstleistergebühren, Transaktionsgebühren, externe E-Mail-Software, Automationsdienste, Community-Tools und Kosten für internationale Zahlungen. Auch die Auszahlungsfrist ist relevant, da sie beeinflusst, wann Einnahmen tatsächlich verfügbar sind.